Impfungen, wie viele, wie oft und für wie lange?

Thema: Impfungen

 

Da es immer wieder Fragen wegen den Impfungen gibt und auch manche Tierärzte verwundert darüber sind, Ja es gibt auch eine 3 Jahre gültige Impfung gegen Staupe, H.c.c und Parvovirose. Wir lassen unsere Welpen ausschließlich mit diesem Impfstoff versorgen, da ich finde, es ist ausreichend genug! Impfschema II  für die etwas grösseren Rassen ( mit 8 Wo. und mit 12 Wo.) und Impfschema III  für die kleineren Rassen (mit 12 Wo.). Tollwut wird nur mehr für Reisen ins Ausland und für Ausstellungen gemacht und älter Tiere werden bei uns überhaupt nicht mehr geimpft (Titer Bestimmung). Wir lassen uns auch nicht jedes Jahr komplett nachimpfen! 

Über Impfungen gibt es einige Bücher und auch einige interessanten Seiten  im Internet. Da habe ich auch diesen Beitrag gefunden.

WDR 2 Quintessenz – Schutz für Haustiere :
Unnötig viele Impfungen

Von Anne Debus

Viele Tierhalter lassen ihren Hund oder ihre Katze alljährlich impfen, im festen Glauben, dem Tier etwas Gutes zu tun. Dabei sind manche Impfungen an sich schon wenig sinnvoll. Und jährliche Auffrischungsimpfungen erhöhen meist nicht den Impfschutz, sondern nur das Risiko von Nebenwirkungen und die Kosten für den Tierhalter.

Seien Sie kritisch, es ist ihr Hund!

Verantwortungsvolle Tierärzte empfehlen nur Impfungen, die medizinisch sinnvoll sind. Leider kann man sich darauf aber nicht immer verlassen. Schätzungen zufolge erzielen Tierärzte 30-50 Prozent ihres Gesamtumsatzes direkt oder indirekt mithilfe von Impfungen. Falls Ihr Arzt Ihrem Tier also routinemäßig jedes Jahr eine Sechsfachimpfung verabreichen will, dann sollten Sie sich selbst informieren. Unter Suchbegriffen wie etwa „Haustiere impfen“ oder „Hunde impfen Buch“ findet man im Internet Bücher, die sich kritisch mit dem Thema auseinandersetzen.

Wie oft impfen

Kein Mensch lässt sich jedes Jahr komplett nachimpfen. Bei Tieren dagegen ist die jährliche Impfung noch immer die Regel. Wahrscheinlich hat sich das im Kielwasser der Tollwutimpfung eingebürgert, die früher jährlich vorgeschrieben war. Die Zulassungsbehörden lassen den Impfstoffherstellern in diesem Punkt freie Hand: Sie verlangen von ihnen keinen Nachweis der maximalen Schutzdauer. Dementsprechend steht in den Beipackzetteln meist, dass nach einem oder – seltener – nach 3 Jahren nachgeimpft werden soll. Durch Studien belegt ist eine so kurze Schutzdauer nicht. Im Gegenteil: Mittlerweile gibt es Studien, die für die wichtigsten Viruserkrankungen auch bei Tieren eine Schutzdauer von 12 Jahren und mehr dokumentieren. Das gilt natürlich nicht für alle Erreger. Das Prinzip lautet: Wenn eine durchgemachte echte Erkrankung lebenslange Immunität verleiht, dann tut das eine Impfung ebenso.

Die offiziellen Empfehlungen

Das Einjahresintervall gilt offiziell als überholt. Die deutsche „Ständige Impfkommission Veterinär“, kurz „StIKo Vet“, empfiehlt in ihren Impfrichtlinien seit 2006 für einige Impfungen ein Impf-Intervall von 3 Jahren. Diese Impfkommission war allerdings bis vor kurzem beim Bundesverband Praktizierender Tierärzte angesiedelt – Interessenskonflikte sind also nicht ganz auszuschließen. Kritiker bemängeln, auch dieses Dreijahresintervall sei ein willkürlich gewählter Kompromiss. Einen Schritt weiter geht seit 2013 der Weltverband der Kleintierärzte, WSAVA. In seinen „Richtlinien für Welpenbesitzer“ heißt es wörtlich: „Der WSAVA empfiehlt, gegen die Haupterkrankungen nicht öfter als alle 3 Jahre zu impfen. Das wird oft dahingehend missverstanden, dass man alle 3 Jahre impfen sollte. Das ist aber nicht der Fall. Wenn der Hund bereits gegen die besagten 3 Haupterkrankungen immun ist, werden Auffrischungsimpfungen diese Immunität nicht erhöhen.“

Nicht jede Impfung ist sinnvoll

Fachleute unterscheiden zwischen den Hauptimpfungen („Core-Vakzine oder –Komponenten“), die Tiere vor den gefährlichsten Viruserkrankungen schützen, und optionalen Impfungen („Non-Core-Komponenten“). Bei Hunden etwa sind die Hauptimpfungen Staupe, Hepatitis und Parvovirose (SHP). Gegen SHP sollten Hunde auf jeden Fall geimpft werden. Als optionale Impfungen dagegen gelten z. B. Borreliose, Zwingerhusten oder Leptospirose. Ihr Nutzen ist umstritten. Beispiel Borreliose-Impfung: Manche Hunde hierzulande sind zwar mit den von Zecken übertragenen Borrelien infiziert, die allerwenigsten von ihnen erkranken aber auch daran. Falls es doch einmal passiert, ist Borreliose mit Antibiotika behandelbar.

Achtung Nebenwirkungen

Impfnebenwirkungen sind die Ausnahme, sie kommen aber vor. Die Bandbreite reicht von vorübergehenden Beschwerden wie Schwellungen, Schlappheit und Appetitverlust bis hin zu schweren oder gar tödlichen Erkrankungen. Dazu zählen Hirnentzündungen, Epilepsie, Autoimmunerkrankungen und Krebs. Mutmaßliche Impfkomplikationen sollten eigentlich dem Paul-Ehrlich-Institut gemeldet werden, dies geschieht aber nur äußerst selten. Fachleute schätzen, dass in Deutschland höchstens 5 Prozent aller Impfnebenwirkungen tatsächlich gemeldet werden.

Das Risiko abschätzen

Ob ein Tier durch eine Impfung krank wird, kann niemand vorhersagen. Es gibt aber eine Faustregel: Je jünger ein Tier ist, je geringer seine Körpermasse ist (also kleine Rassen) und je mehr Impfstoffe es auf einmal bekommt, desto höher ist sein Risiko einer Nebenwirkung. Die oft angebotenen 6er-Kombis, bei denen 6 Impfstoffe auf einmal gespritzt werden, sollte man also meiden. Es stehen auch 3er-Kombis und Einzelimpfstoffe zur Verfügung. Ein Tier, bei dem schon einmal Impfnebenwirkungen aufgetreten sind, ist ebenfalls anfälliger. In solchen Fällen sollte man Nutzen und Risiko noch strenger abwägen.

Impf-Pflicht nur bei Reisen

Es gibt in Deutschland (auch Österreich) für Haustiere keine Impfpflicht. Lediglich für Auslandsreisen ist eine gültige Tollwutimpfung vorgeschrieben. Verreisen Hund oder Katze nicht, brauchen sie auch keine Tollwutimpfung mehr, da Deutschland (auch Österreich) offiziell als tollwutfrei gilt. Damit entfällt auch das oft kolportierte Risiko, Tiere könnten – etwa nach einem Beißvorfall – von den Behörden einfach eingeschläfert werden, nur weil sie nicht geimpft sind. Das dürfen Behörden nur, wenn der begründete Verdacht besteht, der betreffende Hund oder die Katze könnte vorher mit einem Tollwutinfizierten Tier in Kontakt gekommen sein.

Unnötig viele Impfungen
Wer sich entscheidet, sein Tier nicht mehr jährlich impfen zu lassen, sollte die Vorsorge nicht vernachlässigen. Auch ohne die Impfung als Anlass macht es Sinn, Hund oder Katze regelmäßig vom Tierarzt durchchecken zu lassen.

Stand 22.08.2014